Irgendwas war am 11. September geschehen. Der Einsturz der Twin-Towers in New York war es nicht. Die Leute, die dabei aus dem Fenster sprangen auch nicht. Einer der 300 Helikopter, von denen kein einziger in der Luft war, hätte sie retten können.

Gemächlich sickert was durch.

Mein Sperma ist es nicht. 50 Stundenkilometer, einen halben Meter weit, macht etwas mehr als 13 Meter pro Sekunde, ergösse es sich nicht in eine viel zu junge Justiz, die zu eng geworden ist um diesen Satz fortzusetzen. Die Fiktion ist real, meine Biographie so flüssig wie Ecstasy in den Venen von Partyschlampen. Lucy ist eine von ihnen. Jetzt stöhnt sie. Ich täusche ihr einen Orgasmus vor, habe noch was vor, ziehe meinen Schwanz heraus, laufe unter die Dusche und werfe sie aus der Wohnung. Draussen geht die Party weiter. Verfluchte Junkies. Wer hat die Mädchen reingelassen? Der Alk lässt nach, das Koks schlägt rein, das Wasser verbrüht meine Haut, ich schreie. Die Tussi hört mich nicht, ist längst draussen. Ich folge ihr durch die feiernde Masse schwitzender Teenies, dort streckt mich ein Gemisch aus Mundgeruch, Alkoholdunst und östrogengeschwängerter Luft zu Boden, bevor ich mit einem Badetuch um die Hüften Richtung Haustür wanke. Auf dem Weg ins Freie krache ich durch die Glasplatte der Wohnzimmercouch. Spritzer schwarzen Blutes verdunkeln die Bloody Marys einiger Herumstehender. Drei Collegejungs zerren meinen Körper hoch und drücken mich mit dem Rücken gegen die Wand, eine Fontäne ergiesst sich wie ein Schlag über ihre Footballjackets. Dann bin ich nüchtern. Ich wische mir das Blut in die Ärmel, boxe die Menge zur Seite, torkle zur Tür und bin weg. Meine Corvette springt sofort an und trägt mich wie durch ein Wunder bis nach Mexiko. 

  Im Verschlag einer Farm unweit der Grenze wache ich auf. Die Sonne sticht durch eine grindige Plexiglasscheibe und verstellt mir den Blick auf zwei pralle Provinzbauern, die gerade durchs Tor stampfen. Verdutzt starren sie mich an. Oder auch nicht, ich weiss nicht was sie denken. 

  Da bin ich also: 6000 Kilometer von dem Ort entfernt, den ich dank einer Nudelpfanne, einer angeschimmelten Scheibe Salami im Kühlschrank und einem Topf Makkaroni als mein Zuhause kenne. Die Jungs sind kolossal. Sie laden mich auf einen Kaffee ein, wir sitzen vor der Hütte, schauen auf das weite Land hinaus. 

  Zum Abschied kaufe ich einen Sack Peyotebuttons und bin weg. Ein paar Meilen hinter der Ortschaft erfüllt sich ein Jugendtraum. Ich schiebe meine Corvette über die Klippe, stoppe zur nächsten Kleinstadt und fahre die restliche Strecke bis über die Grenze mit dem Linienbus. Dann ist mein Geld alle und ich überlege, ob ich eine Prostituierte am Strassenstrich anquatschen, ficken und hinterher unterm Bankett verbuddeln soll. Die Vorstellung ist zu nah am Cliche, also perfekt, sie für die Wahrheit zu halten; Oder für das Tagebuch eines Wahnsinnigen. Ein Glücksfall für CNN, eine Horrorvorstellung für Eltern. Ich kann mich nicht entscheiden. Ohne Wagen auf weiter Landstrasse? Ich würde nicht weit kommen, lasse den Gedanken fallen -, vorerst, tausche an einer Highway-Tankstelle ein paar Peyote gegen Dollars und fahre zum Flughafen. Ich zwinge das Yellow Cab zum anhalten, springe in das nächstbeste Thailokal, würge auf der Toilette zwei Peyote hinunter, den Rest verticke ich dem Fahrer -, das reicht bis in die Nordstaaten. 

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